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Oumuamua: Haben wir seine Botschaft verstanden?

Erstellt von Frank Diebel |

Oumuamua wurde am 19. Oktober 2017 durch das Pan-STARRS-Teleskop auf Hawaii entdeckt, als es auf seiner hyperbolischen Bahn schon an der Sonne vorbeigeflogen war und sich auf dem Weg zurück in den interstellaren Raum befand. Das Objekt flog nahezu senkrecht zu den Bahnebenen der Planeten in unser Sonnensystem hinein. Fünf Tage zuvor hatte Oumuamua die Erde in einer Entfernung von etwa 24 Millionen Kilometern passiert.

Es ist das erste interstellare Objekt, das wir beobachtet haben. Und jetzt wird verständlicherweise darüber gestritten, ob es ein interstellares Raumschiff, Asteroid oder Komet ist. Das sind durchaus wichtige Fragen, aber war das auch die eigentliche Botschaft unseres außergewöhnlichen Besuchers?

Am 6. November 2017 bestätigte das Minor Planet Center (MPC) die neue Bezeichnung 1I/ʻOumuamua. Das Minor Planet Center ist die offizielle Organisation für die Sammlung, Auswertung und Veröffentlichung von Daten über Asteroiden, Zwergplaneten und Kometen. Es bestätigt auch die Neuentdeckung von solchen interstellaren Objekten. 1I/'Oumuamua ist eine für dieses Objekt neu eingeführte Klassifizierung in der Nomenklatur der Asteroiden und Kometen. Der große Buchstabe „I“ als zweites Zeichen im Namen steht hierbei für interstellares Objekt. Die führende Zahl 1 davor zählt das Objekt als erstgefundenes der genannten Kategorie.

Wer ist Oumuamua

Die genaue Herkunft von Oumuamua kann bisher nicht bestimmt werden, zumal seine Flugbahn nichtgravitative Einflüsse zeigt. Jedoch konnte anhand der hyperbolischen Bahndaten ausgeschlossen werden, dass das interstellare Objekt von einem der Sternensysteme näher als 11 Lichtjahre entfernt kommt. Oumuamua ist also schon sehr, sehr lange unterwegs und stammt nicht aus unserem Sonnensystem. Es ist also tatsächlich und unstrittig das erste vom Menschen entdeckte interstellare Objekt, dass unser Sonnensystem durchkreuzt.

Oumuamua bedeutet im Hawaiischen entweder „Anführer“ oder „Späher“. Dies soll auf seine Eigenschaft als „Bote“ aus einer fernen Vergangenheit anspielen. Da keinerlei keinerlei Staub in der Nähe des Objektes gefunden werden konnte, geht man davon aus, dass Oumuamua kein Wasser enthält und aus Gestein oder Metall besteht. Da seine Oberfläche mutmaßlich durch den Milliarden Jahre lang andauernden Beschuss mit kosmischer Strahlung im interstellaren Raum dunkel geworden ist, hat Oumuamua ein geringes Rückstrahlungsvermögen.

Wir erinnern uns an keinen Politiker sondern an Christoph Columbus.

An welchen großen Politiker des späten 15. Jahrhunderts erinnern wir uns, wenn wir heute an die Zeit zurückdenken? Wenn wir nicht gerade Spezialisten für diese spezielle Periode der Menschheitsgeschichte sind, dann werden wir uns wohl an keinen so richtig erinnern. Und so sollten wir vielleicht auch an unsere heutige Zeit herangehen. An wen erinnern wir uns also alle?

Egal, ob wir Amerikaner oder Europäer, ob wir Afrikaner oder Asiate sind, wir alle erinnern uns an diesen großen Entdecker: Christoph Columbus. Zwar mögen unsere Geister sich scheiden an der Frage, was wir von diesem Mann persönlich zu halten haben, aber wir erinnern uns an seine Leistung. Er eröffnete uns Eurasiaten und Afrikanern einen neuen Kontinent. Was wir später daraus gemacht haben, sei es zu recht noch so umstritten, es sei ihm nicht angelastet. Der Entdeckerdrang, der Pioniergeist, der Glaube daran, dass nahezu alles möglich ist, auch die Umrundung der Erde, hat uns erst zu dem gemacht, wer wir heute sind.

Jeder Globalist, jeder Globetrotter, jeder einfache Tourist, jeder Geschäftsreisende auf der Welt tritt bewusst oder unbewusst in die Fußstapfen dieses Mannes, Christoph Columbus - ob es uns gefällt oder nicht. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, unser Bevölkerungswachstum, das heißt, das Leben vieler Milliarden Menschen wäre ohne diesen damaligen Entdeckergeist nicht möglich gewesen, denn wir erweiterten unseren Lebensraum.

Das ist für mich die eigentliche Botschaft von Oumuamua: Wir müssen uns auf den Weg manchen!

Die Aussage des Harvard-Professors Avi Loeb zum Beispiel, der behauptet, die einfachste Erklärung für Oumuamua sei, dass es sich um ein Sonnensegel eines instellaren Starships handelt, mag im ersten Moment abwegig erscheinen und angesichts seiner persönlichen Forschungsinteressen auch durchsichtig wirken. Wir können nicht abschließend beurteilen, ob Avi Loeb recht hat oder nicht. Dennoch folge ich ihm in seiner Auffassung, dass wir Oumuamua zum Anlass nehmen müssen, unseren Pioniergeist wiederzubeleben.

Es genügt einfach nicht mehr, nur an unseren Schreibtischen zu hocken und von der Welt abgewandt, blind stumpfsinniger Theorie nachzugehen. Stattdessen sollen wir endlich wieder unsere Ärmel hochkrempeln, uns ordentliches Schuhwerk anziehen und hinausgehen und uns in der Physik und in der Astronomie wieder die Hände schmutzig machen - uns auf den Weg in die freie Natur und in den wilden Weltraum begeben und die Welt einfach wieder direkt am Objekt untersuchen. Nur so können wir auch die Krise der Naturwissenschaften, ja die Krisen der Menschheit bewältigen.

Nehmen wir uns einfach ein Beispiel an Columbus, setzen wir ein großes Sonnensegel und folgen damit Oumuamua in die Weiten des Alls.

Die Initiative für interstellare Studien startete jedenfalls schon das Projekt Lyra, um die Machbarkeit einer Mission nach Oumuamua zu bewerten. Sie schlug dafür verschiedene Optionen vor, um ein Raumschiff innerhalb eines Zeitraums von 5 bis 25 Jahren nach Oumuamua zu schicken. Was hält uns davon ab?

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